Bezirke

S1-Streckensperrung: Geduldsprobe für Pendler aus dem Landkreis Freising – Freising | ABC-Z

Leicht haben es Pendlerinnen und Pendler auf der Linie S1 ohnehin nicht:  Verspätungen und Ausfälle sind an der Tagesordnung. In den kommenden zwei Wochen wird die Geduld der Fahrgäste aber zusätzlich auf die Probe gestellt. Von Montag, 1. Dezember (23 Uhr), bis Freitag, 12. Dezember (3.15 Uhr), fahren zwischen Freising und Lohhof beziehungsweise Feldmoching weder Züge noch S-Bahnen. Wer nach München will, muss einen Umweg über den Flughafen in Kauf nehmen. Für Fahrgäste bedeutet das: Sie müssen zweimal oder, wenn sie aus Moosburg oder Landshut kommen, sogar dreimal umsteigen und sie sind deutlich länger unterwegs. Das Zugangebot aus Richtung Ostbayern wird ebenfalls ausgedünnt.

Notwendig wird die Sperre, weil die DB InfraGO bis Mitte Dezember im Bereich Westkreuz sowie entlang der S1 und der S2 Richtung Petershausen Schwellen und Weichen erneuern lässt. Künftig können die Züge auf diesen Abschnitten mit voller Geschwindigkeit fahren. Bisher komme es durch mehrere sogenannte Langsamfahrstellen zunehmend zu Verspätungen, heißt es in einer Presseinformation der Bahn. Doch während auf der Linie S2 ein direkter Bus-Ersatzverkehr eingerichtet wird, ist auf der S1 ein Umweg über den Flughafen notwendig. Zudem fallen mehrere Zugverbindungen zwischen Landshut und Freising aus. Auch der Flughafenexpress (RE 22 Nürnberg-Regensburg-Flughafen) wendet in Freising und fährt nicht bis zum Airport weiter.

So sieht die Ersatzstrecke aus: In den ersten beiden Dezemberwochen verkehrt die S1 im 20-Minuten-Takt mit Langzügen von Freising über Pulling zum Flughafen und umgekehrt, ohne Halt in Neufahrn. Am Besucherpark warten Ersatzbusse, die alle S-Bahn-Haltestellen bis Lohhof und von 7. Dezember an bis Feldmoching ansteuern. Zudem gibt es Express-Busse, die direkt dorthin fahren. Alternativ können Fahrgäste am Flughafen die S8 über den Ostbahnhof nach München nutzen. Dies sei schneller als die Fahrt mit Ersatzbussen, sagt ein Bahnsprecher. Der Expressbus benötigt bis Lohhof 25 Minuten, der normale Ersatzverkehr 40 Minuten. Bis Feldmoching sind es sogar 39 beziehungsweise 61 Minuten – sofern es keine Staus gibt. Der Expressbus verkehrt von 4.30 Uhr bis Mitternacht alle 20 Minuten.

In den sozialen Medien herrschen Resignation und teils Ratlosigkeit vor, die Nachricht über Beeinträchtigungen auch im Bahnverkehr hat viele offenkundig noch nicht erreicht. Einige befürchten ein „Mega-Chaos“.  Immerhin: Teurer wird die Fahrt mit Streifen- oder Monatskarte nicht, wie der Bahnsprecher versichert. Fahrgäste, die während der Bauarbeiten eine Karte für vier Zonen haben, können damit sowohl die Ersatzbusse als auch die S8 nehmen – obwohl der Flughafen in Zone fünf liegt.

Viele Freisinger werden wohl auf den Bus nach Garching ausweichen

FDP-Kreisrat Tobias Weiskopf hat sich die Fahrpläne angeschaut und nachgerechnet. Die Fahrtzeiten für Pendler aus dem Landkreis Freising erhöhten sich zum Teil um das Zwei- bis Dreifache. Morgens im Berufsverkehr mit Abfahrt 7 Uhr sind sie demnach ab Freising statt 26 Minuten künftig über 60 Minuten unterwegs, aus Moosburg sind es sogar 83 statt 36 Minuten. Gemeinsam mit den Stadträten Jens Barschdorf aus Freising sowie Philipp Fincke aus Moosburg fordert Weiskopf in einem Brief an den DB-Konzernbevollmächtigten Heiko Büttner und die Geschäftsführerin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), Bärbel Fuchs, kurzfristig zusätzlich einen Schienenersatzverkehr entlang der S1 von und nach Freising einzurichten.

Darüber hinaus halten sie einen Express-Ersatzverkehr für den ausfallenden Regionalverkehr für notwendig, abgestimmt auf die Züge aus Landshut – etwa durch Direktverbindungen zur Studentenstadt oder nach Feldmoching, heißt es in dem Schreiben weiter. Helfen könnten zudem kurzfristige Taktverstärker auf der MVV-Linie X660 von Freising zur U-Bahn am Forschungszentrum in Garching, sagt Weiskopf. Er glaubt, dass viele Freisinger versuchen werden, auf diese Verbindung auszuweichen.

Dass es keine Direktverbindung von Freising entlang der S1 gibt, begründet die Bahn mit der „sehr beschränkten Kapazität für Busse“ an den Bahnhöfen in Lohhof und Feldmoching. Mehr Fahrten könnten dort nicht abgewickelt werden. Die Kapazitäten werden nach Einschätzung der Bahn ausreichen. Die Expressbusse bieten Platz für 150 Fahrgäste, die regulären Ersatzbusse für 200 Personen. Falls nötig, werde nachgesteuert. Erfahrungsgemäß sinke die Zahl der Fahrgäste bei Bauarbeiten mit Ersatzverkehr, so der Sprecher weiter. Betroffene Pendler arbeiteten vermehrt im Home-Office oder gelangten auf „alternativen Wegen“ zur Arbeit. „Es werden während der Bauarbeiten also weniger Fahrgäste unterwegs sein als üblich.“

Erstes Nadelöhr ist bereits die Bahnstrecke von Landshut nach Freising, weil dort weniger Züge im Einsatz sein werden. Der RE2 München-Hof entfällt. Dafür bietet der RE3 von und nach Passau mehr Fahrten zwischen Landshut und Freising an. Der RE33 Freising-Landshut ist ebenfalls gestrichen. Dafür hält der RE22 in Marzling und Langenbach.

Fahrpläne befinden sich  auf s-bahn-muenchen.de/baustellen (Bauarbeiten auf der Linie S1 der S-Bahn München).

Back to top button