Bahndamm zwischen Grafing und Glonn bleibt Schutzgebiet – Ebersberg | ABC-Z

Der alte Bahndamm zwischen Glonn und Moosach darf nicht zu einer Fahrradstrecke ausgebaut werden: Darauf hat die Regierung von Oberbayern nun mit Nachdruck in einem Schreiben an das Landratsamt in Ebersberg hingewiesen. Bestrebungen aus den Reihen des Kreistags, den Schutzstatus aufzuweichen, erteilt die Behörde eine Absage, wie in einer Sitzung des Umweltausschusses des Kreistags bekannt gegeben wurde.
Zuletzt hatten Vertreter von CSU und FDP im Ebersberger Kreistag den Schutzstatus des Bahndamms als Biotop infrage gestellt und den Vorschlag gemacht, die 1994 erlassene Verordnung zu ändern oder ganz aufzuheben und so den Weg für eine offizielle Radwegverbindung freizumachen. Die Regierung von Oberbayern bestärkt jetzt die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt in ihrer Einschätzung, dass die Voraussetzungen für eine Aufweichung des Schutzstatus nicht vorliegen. „Trotz des über die Jahre sicherlich geänderten Erscheinungsbildes weist das Schutzgebiet ein heterogenes Bild von Biotoptypen und Lebensräumen auf und trägt gerade aufgrund seiner Linienförmigkeit zur beabsichtigten ökologischen Vernetzung bei“, unterstreicht die Regierung in ihrem Schreiben.
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Regierungspräsident Konrad Schober weist darauf hin, dass man in der Vergangenheit „die vom Landkreis vorgenommenen Maßnahmen zur Ertüchtigung des vorhandenen Weges hin zu einer familienfreundlichen Ausgestaltung wohlwollend geduldet“ habe. Daraus könne aber nicht geschlossen werden, „dass wir die Voraussetzungen als gegeben sehen, die ohne Zweifel wünschenswerte Radwegverbindung zwischen der Stadt Grafing und dem Markt Glonn auf dem hier in Rede stehenden Bahndamm zu realisieren“.
Auch im Kreistag hatte es teilweise massiven Widerstand gegen den Vorstoß zur Schutzgebietsaufweichung gegeben, unter anderem aus den Reihen der Grünen und der AfD. AfD-Kreisrat Manfred Schmidt begrüßt in einer Pressemitteilung die aktuelle Entscheidung: Fauna und Flora könnten sich auf dem Damm weiterhin ungestört entwickeln, Wanderer und Spaziergänger könnten sich erholen, „ohne sich zum Beispiel von Mountain-Bikern oder Rennradlern stören lassen zu müssen“, schreibt er.
Ohnehin gibt es bereits Alternativplanungen zum Radweg auf dem Damm, auch darauf weist die Regierung von Oberbayern hin: die Ausweisung einer Fahrradstraße zwischen den beiden Gemeinden. An der Schaffung der Voraussetzungen für ein derartiges Pilotprojekt auf dem Land arbeitet der Kreistag bereits.





















