Asiatische Karaokebar und XXL-Restaurant in ungewöhnlicher Umgebung: “Relativ neu für München” | ABC-Z

Die Tür zu einem der vielen Räume ist geschlossen. Drinnen in dem komplett pinken, mit “Hello Kitty”-Emblemen verzierten Zimmer, sitzt eine junge Gruppe an Mikrofonen und singt Texte, die auf einem großen TV-Bildschirm erscheinen. In der Karaokebar herrscht nachmittags schon reges Treiben.
Ums Eck strömen derweil einige Männer und Frauen mit Sporttaschen um die Schulter in ein Fitnessstudio, um dort zu trainieren. Es sind Szenen, wie sie in einer Stadt wie München nicht außergewöhnlich erscheinen. Die AZ aber ist an diesem Tag nicht an einer Straßenecke in Schwabing unterwegs, sondern im Forum Schwanthalerhöhe.
Neues Konzept im Forum Schwanthalerhöhe: Karaokebar und Escape-Rooms
Das Einkaufscenter hat sein Konzept in den letzten Monaten völlig auf den Kopf gestellt. Neben klassischen Verkaufsläden wie H&M, DM oder Hugendubel ziehen hier immer mehr alternative Konzepte, wie Escape-Rooms, VR-Erlebnisse oder eben die neue Karaokebar Musek ein.
© Forum Schwanthalerhöhe
von Forum Schwanthalerhöhe
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“Das ist in einem Shoppingcenter ganz einzigartig”, sagt Vladimir Tinchev zu der Bar. Der Centermanager zeigt dem AZ-Reporter, was sich in den letzten Monaten sonst so getan hat in seinem Forum Schwanthalerhöhe.
In der Karaokebar können eigene Räume stundenweise gemietet werden – 15 an der Zahl, jeder einzigartig designt. In den verschieden großen Räumen haben kleinere und größere Gruppen bis zu 25 Personen Platz. Getränke. Cocktails und kleine Speisen können direkt dort hinein bestellt werden.
Freunde, Arbeitskollegen oder Familien können die Räume ab 49 Euro pro Stunde buchen und Lieder trällern. Abends und an den Wochenenden kostet die Stunde mindestens 69 Euro – je nach Größe der Gruppe. Geöffnet ist das Musek unter der Woche von 14 bis 23.30 Uhr.

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Trotz Shoppingcenter-Umgebung kann in der Karaokebar an den Wochenenden sogar bis 3 Uhr früh gefeiert werden. Dafür mussten die Betreiber kreativ werden: “Das war die größte Herausforderung”, sagt der Centermanager. Mit den Kernöffnungszeiten bis 20 Uhr sei alles einfach gewesen, durch den Einzug von Fitnessstudio, Escape Rooms und Bar habe man die Öffnungszeiten aber anpassen müssen.
Verlängerte Öffnungszeiten im Shoppingcenter
Grundsätzlich sei das Forum Schwanthalerhöhe nun täglich bis 24 Uhr begehbar, sagt Tinchev. Nach 22 Uhr würden nur bestimmte Eingänge geöffnet. Auch an Sonn- und Feiertagen können Münchnerinnen und Münchner durch das Forum flanieren. Die Einzelhandelsgeschäfte bleiben zwar geschlossen, die Eventflächen aber sind zugänglich.
Die Betreiber der Gastroflächen würden sich zunehmend für die erweiterten Öffnungszeiten interessieren, sagt Tinchev. Bald wolle man von dem in diesem Jahr beschlossenen Ladenschlussgesetz Gebrauch machen. Am 28. November wird es, anlässlich des “Black Friday”, eine Shopping-Nacht geben. “Und nächstes Jahr hoffentlich auch verkaufsoffene Sonntage über das Oktoberfest“, so Tinchev.
Mit einem “normalen” Einkaufscenter, wie man es sich vorstellt, hat das Forum Schwanthalerhöhe nicht mehr ganz so viel zu tun. Inzwischen gehören rund ein Drittel der Flächen zur Kategorie “Entertainment”, in weniger als der Hälfte der Räume seien noch klassische Modegeschäfte. Und der Rest sind laut Tinchev Gastroflächen.

© Thomas Kiewning/Forum Schwanthalerhöhe
von Thomas Kiewning/Forum Schwanthalerhöhe
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Neue Riesen-Gastro mit Hot-Pot-Konzept eröffnet bald
Im Untergeschoss des Einkaufszentrums befinden sich zahlreiche Imbissstände und Kleinrestaurants. Man habe aber gemerkt, dass gerade die großen und gehobeneren Gastro-Konzepte besonders gut ankommen, sagt Tinchev. Die Churrascaria – ein brasilianisches Restaurant, das “Rodizio”, also eine Art “All you can eat”-Erlebnis mit gegrilltem Fleisch anbietet, ist längst etabliert und erfolgreich in der Stadt.
Das haben die Betreiber des Forums zum Anlass genommen, um ein ähnlich imposantes Gastro-Konzept in das Einkaufscenter zu holen. Im Januar soll hier Shoo Loong Kan eröffnen – ein weltweit bekanntes Gastrofranchise.
Das chinesische Restaurant hat sich auf authentischen “Sichuan-Hotpot” spezialisiert. Dabei werden frische Zutaten wie Fleisch, Gemüse und Nudeln in einer würzigen Brühe direkt am Tisch gegart. “Wir haben uns für etwas entschieden, das relativ neu für München ist”, sagt Tinchev.
Das Lokal soll Platz für rund 250 Menschen bieten. “Früher waren hier fünf Flächen nebeneinander”, erinnert sich der Centermanager. Aufwendig habe man also den Bereich des Forums umbauen müssen, sodass das gewaltige Restaurant hier reinpasst.
Reges Treiben statt Leerstand: “Shoppingcenter haben eine Zukunft”
Statt Leerstand, mit dem viele Einkaufszentren heutzutage zu kämpfen haben, herrscht im Forum Schwanthalerhöhe also reges Treiben. Der Konzeptwechsel sei durch Corona nötig geworden, erklärt Tinchev. Seitdem hätte sich das Einkaufsverhalten der Menschen deutlich verändert – mehr Online-Shopping, weniger Vor-Ort-Einkäufe.
Die Mischung aus Shopping und Erlebnissen sei jetzt ein “zukunftsorientiertes Konzept”. “Shoppingcenter haben eine Zukunft, aber der Mietermix wird sich ändern”, sagt Tinchev.

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von Forum Schwanthalerhöhe
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2019 hat das Einkaufscenter mit einer Verkaufsfläche von rund 40.000 Quadratmetern im Westend eröffnet. Das Projekt hatte aber einige Startschwierigkeiten. Die AZ berichtete in den ersten Monaten von Besuchermangel und Schwierigkeiten mit den Mietern. Schon vor der Eröffnung wurde das Großprojekt im Viertel kritisiert einerseits durch den Bau selbst, aber auch wegen der Frage, ob ein solches Shoppingcenter in solch einem Viertel wie der Schwanthalerhöhe überhaupt nötig ist.
Reaktionen im Viertel? “Die Leute haben schon ihre Stammkneipe”
Sechs Jahre später glaubt der Centermanager, dass das Forum in der Schwanthalerhöhe gut ankommt. Schon vor dem Konzeptwechsel sei ein Großteil der Besucher aus der unmittelbaren Umgebung gekommen, hätten Untersuchungen gezeigt. “Die Leute können hier viel erledigen”, ist sich Tinchev sicher und davon profitiere das Viertel.
Auch Sibylle Stöhr (Grüne), Bezirksausschussvorsitzende in der Schwanthalerhöhe, glaubt, dass das Forum inzwischen im Viertel gut etabliert ist. Abgesehen von den großen Einzelhandelsgeschäften glaubt sie aber nicht, dass viele Anwohner das Einkaufscenter besuchen. Dazu würden die großen Magneten fehlen, wie es einst etwa die Filiale der Elektrohandelskette Saturn war.
Auch die neuen Entertainment- und Gastroflächen werden wohl keinen großen Einfluss auf die Anwohner haben, sagt Stöhr. Im Viertel gebe es ohnehin schon viel gute Gastro. “Die Leute haben schon ihre Stammkneipe oder ihren Stammitaliener”, so die BA-Vorsitzende. Und auch sonst kämen die Menschen “mit oder auch ohne Forum Schwanthalerhöhe” in das Viertel.





















