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Freising: THW unterstützt bei der Bergung verendeter Vögel – Freising | ABC-Z

Die sich ausbreitende Vogelgrippe hält im Landkreis Freising nicht nur die Mitarbeiter des Veterinäramtes auf Trab, die sich seit Anfang November um die Bergung verendeter Vögel kümmern müssen. Die Tierseuche hat auch den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Technischen Hilfswerks eine neue Aufgabe beschert: Sie übernehmen außerhalb der Dienstzeiten des Amtes die Aufgabe, tote Tiere einzusammeln und fachgerecht zu entsorgen.

Zwar besteht ohne direkte Berührung keine Gefahr einer Übertragung der Seuche auf Menschen. Trotzdem könne man verendete Vögel nicht über Nacht oder sogar übers Wochenende liegen lassen, erklärt der THW-Ortsbeauftragte Michael Wüst. „Die Natur hat für solche Fälle ja eine Lösung. Es gibt andere Tiere, die den Kadaver fressen und das Virus damit weitertragen.“ Durch die Bergung werde eine Verschleppung des Erregers verhindert. Außerdem könnten die Kadaver dann beprobt werden, um festzustellen, ob das Tier wirklich an der Vogelgrippe verendet ist.

Die zur Bergung der toten Vögel eingesetzten THW-Kräfte haben eine umfassende CBRN-Ausbildung absolviert– die Abkürzung steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Das gehöre grundsätzlich zur Ausbildung von Einsatzkräften des THW als Zivilschutzorganisation, sagt Wüst. Der Freisinger Ortsverband, eigentlich spezialisiert auf Brückenbau, bilde die CBRN-Selbstschutzfähigkeit aber besonders intensiv aus und nutze die Einsätze bei der Tierseuchenprävention auch, um das Erlernte in der Realität umzusetzen. „Das ist schon noch einmal etwas anderes als auf dem Übungsgelände“, so Wüst, „da schaut man lieber zweimal, ob wirklich jedes Loch verklebt ist.“

Bei der Bergung tragen die Helfer aber nicht nur selber die entsprechende Ausstattung mit Infektionsschutzanzug, Handschuhen und FFP3-Maske. Auch bei den Kadavern lassen sie äußerste Vorsicht walten. Sie werden luftdicht in einen Sack verpackt und durch ein „Gefahrgutüberfass“ gegen Beschädigung geschützt. Für die Untersuchung der Todesursache ist dann wieder das Veterinäramt zuständig.

Die Suche nach verendeten Tieren wird durch die ehrenamtlichen Einsatzkräfte auch nach Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt.
Die Suche nach verendeten Tieren wird durch die ehrenamtlichen Einsatzkräfte auch nach Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt. (Foto: THW)
Der leichte Schutzanzug  ist abweisend gegenüber Flüssigkeiten und Sprühnebel. Stiefel und Handschuhe werden mit dem Anzug verklebt und auch der Reißverschluss wird doppelt verklebt. Damit ist die Einsatzkraft gegen eine mögliche Kontamination geschützt.
Der leichte Schutzanzug  ist abweisend gegenüber Flüssigkeiten und Sprühnebel. Stiefel und Handschuhe werden mit dem Anzug verklebt und auch der Reißverschluss wird doppelt verklebt. Damit ist die Einsatzkraft gegen eine mögliche Kontamination geschützt. (Foto: THW)

Um die 20 tote Vögel haben die Helfer des THW seit Ausbruch der Vogelgrippe schon eingesammelt, schätzt Wüst. Meist handelte es sich um Wasservögel wie Graugänse und Reiher, auch ein paar Schwäne waren dabei. Die Einsatzorte sind deshalb auch überwiegend dort, wo viel Wasser ist, am Moosburger Ausgleichsweiher an der A92 etwa oder am Kranzberger See. Bei Bedarf greift das THW dann auch auf eines der Boote des Ortsverbands zurück.

In der Freisinger Altstadt musste auch schon ein toter Jungstorch geborgen werden

Einen Einsatz in der Freisinger Innenstadt haben die THW-Mitarbeiter aber auch schon absolviert: Sie waren zu einem toten Jungstorch gerufen worden, mutmaßlich eines der Tiere aus dem Nest auf der Kirche St. Georg, wie Wüst sagt. Man wisse aber nicht, ob das Tier wirklich an der Vogelgrippe verendet ist.

Ganz neu sind die Einsätze bei der Tierseuchenprävention übrigens nicht. Die Zusammenarbeit des THW mit dem Veterinäramt besteht bereits seit fast zehn Jahren, wie Wüst sagt, zuletzt meist bei der Bekämpfung der Schweinepest. In der aktuellen Situation haben die THW-Helfer dafür bereits eine dreistellige Zahl ehrenamtlicher Einsatzstunden geleistet.

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