Warum Frankfurt beim Hochhausbau besser ist als Berlin | ABC-Z

Für das Selbstbewusstsein Frankfurts sind das gute Nachrichten: Berlin kriegt es einfach nicht hin. Nicht nur beim Flughafenbau zeigt die kleine Metropole am Main der großen Bundeshauptstadt, wie es geht. Auch bei Hochhäusern ist Frankfurt meilenweit voraus. In Neukölln wurde gerade erst Berlins erstes Gebäude mit einer Höhe von mehr als 150 Metern fertiggestellt. Frankfurt hat 20 Hochhäuser in dieser Kategorie.
Doch es geht nicht um die Menge. Entscheidender ist ein anderer Unterschied. In Berlin wird zwar nach langer Zurückhaltung inzwischen mehr in die Höhe gebaut. Doch sind die Projekte über die gesamte Stadt verteilt. Eine kompakte Skyline entsteht so nicht. Frankfurt wird somit sein Alleinstellungsmerkmal behalten, das es von allen anderen Städten unterscheidet. Es verwundert manchmal, dass dieser Aspekt bei der Selbstvermarktung der Stadt keine größere Rolle spielt.
Mischnutzung wird zum Prinzip
Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass die Hochhäuser und diejenigen, die sich darin aufhalten, mit den Menschen außerhalb wenig zu tun hatten. Die Aussichtsplattform auf dem Maintower war lange Zeit der einzige Berührungspunkt. Für das unmittelbare Umfeld und die Lebensqualität brachten Hochhäuser wenig.
Das ändert sich seit einigen Jahren. Im Taunusturm befindet sich eine Dependance des Museums für Moderne Kunst, im Hochhaus One im Europaviertel gibt es eine Bar in der obersten Etage, um nur zwei Beispiele zu nennen. Im Hochhausentwicklungsplan, der 2024 beschlossen wurde, macht die Stadt Frankfurt diesen Trend zum generellen Prinzip. Neue Hochhäuser sollen sich nicht abschotten, sondern ein „guter Nachbar“ sein.
Dennoch stoßen geplante Neubauten trotz der Nutzungsmischung und Öffnung nicht nur auf Zustimmung. Als die Pläne für das Projekt Gloria an der Ecke von Kaiserstraße und Neuer Mainzer Straße kürzlich im Ortsbeirat vorgestellt wurden, gab es kritische Stimmen. Warum braucht es neue Hochhäuser, wo doch mehr als eine Million Quadratmeter Bürofläche in Frankfurt leer stehen? Dieses Argument ist nicht abwegig, verkennt aber die Anziehungskraft der Skyline: Unternehmen, die etwas auf sich halten, wollen Teil davon sein und sind bereit, dafür auch hohe Mieten zu zahlen.
Die Skyline 2.0 mit einer neuen Generation von Hochhäusern trägt zur Belebung der Innenstadt bei, die vor einem großen Wandel steht. Gleichzeitig werden in Randlagen Gebäude und Grundstücke frei, die für Wohnungen genutzt werden können. Beide Aspekte sind eine große Chance für die Stadtentwicklung.





















