Landkreisübergreifende Kolping-Ukrainehilfe: Gemeinsam gegen Hunger, Kälte und Krankheit – Ebersberg | ABC-Z

Damit hatte Kerstin Bockler nicht gerechnet, als sie im Frühjahr zu Spenden für die Ukraine aufrief. „83 Familienpakete, 404 Kilo Kinderkleidung, ein Generator, fünf Krankenhausnachttische und vieles mehr kamen zusammen“, erklärt das Mitglied im Vorstand der Kolpingsfamilie Ebersberg. 6272 Tonnen an Hilfsgütern habe man auf den Weg bringen können – zusammen mit dem Kolping-Bezirk Augsburg, der Kolpingsfamilie Forstinning und der Ost-Europa-Hilfe e.V.. „So ein Transport wird einfach nur mit der Unterstützung von vielen machbar.“
Die Lieferungen seien jedoch mehr als nur beladene Lastwagen, sagt Vasyl Savka, Geschäftsführer des ukrainischen Kolpingverbandes und Vorsitzender von Kolping Europa: „Sie sind sichtbare Zeichen der Solidarität.“ Menschen, die sich teilweise schon „von Gott verlassen glaubten“, werde signalisiert: „Ihr seid uns nicht egal. Wir denken an euch.“ Auch persönlich spüre er bei jeder Nachricht von einem Kolping-Transport ein Stück Hoffnung. „Es ist, als ob ein warmer Wind durch eine kalte Landschaft zieht.“
Das ist vor dem Hintergrund russischer Raketenangriffe auf das Energiesystem keineswegs nur metaphorisch gemeint: Savka spricht von einem „regelrechten Terrorangriff, der weite Teile des Landes in Dunkelheit und Kälte stürzt“. Im Hinblick auf den nahenden Winter legten Menschen wieder Vorräte an, sammelten Kerzen und Brennmaterial, bereiteten sich auf Stromausfälle vor. „Die Angst vor Kälte ist real.“ Auch Hunger und Krankheit seien ein Thema. Medikamente seien oft schwer zu bekommen oder zu teuer, Apotheken in Frontnähe zerstört oder geschlossen.
:„Diese Pakete tragen Liebe in sich“
Die Kolpingsfamilie Ebersberg sammelt Familienpakete für Menschen in der Ukraine, Abgabe ist am 26. April. Für die Lebensmittel mit persönlicher Botschaft findet Vasyl Savka, Geschäftsführer des ukrainischen Kolpingwerks, dankbare Worte.
Angesichts dieser Nöte hat die Kolpingsfamilie Ebersberg erneut die Ärmel hochgekrempelt und mit Freising, Erding, Poing und Bad Aibling weitere Kolpingsfamilien aus der Region ins Boot geholt.
Für Elisabeth Maier ist eine Unterstützung der Ukraine Ehrensache: „Die halten praktisch den Kopf für uns hin.“ Die Vorsitzende aus Freising glaubt an die Symbolkraft von konkreten Zeichen wie Lebensmittelspenden. Das findet sie besser, als nur Geld zu schicken.

Wobei finanzielle Zuwendungen für den Erwerb mancher dringend benötigter Dinge durchaus eine Rolle spielen – etwa Generatoren, die nur selten gespendet werden. Dabei tragen solche Geräte dazu bei, den Alltag aufrechtzuerhalten, wenn der Strom ausfällt – was in vielen Regionen regelmäßig passiert. „Ohne Strom gibt es kein Licht, keine Heizung, keine Kommunikation. Schulen können nicht unterrichten, medizinische Geräte funktionieren nicht“, macht Savka deutlich. Ein Generator könne für ein kleines Dorfzentrum oder eine Unterkunft der Unterschied sein „zwischen Dunkelheit und Leben“. Und eine Powerbank bedeute für eine Familie, dass sie im Notfall ihr Handy aufladen und Kontakt halten könne. „Das ist kein Luxus – das ist Sicherheit.“
Alles andere als Luxus sind auch Produkte wie Mehl, Zucker, Reis, also typische Inhalte von Familienpaketen. Der Erdinger Kolping-Vorsitzende Maximilian Wörndle sagt: „Uns Deutschen geht es so gut, da können wir sicher pro Familie ein Paket spenden.“ Zumal, wie er unterstreicht, Kolping als sozial-kirchlicher Verein per Definition für andere da sein wolle.
So sieht es auch sein Poinger Kollege Thomas Stiegler. Zwei Sammeltermine gab es dort schon, ein dritter steht noch aus. Seit dem Weltjugendtag 2005 pflegt man zahlreiche persönliche Kontakte zum von Nonnen betriebenen Waisenhaus im ukrainischen Iwano-Frankiwsk. Vielleicht kommt daher das generationenübergreifende Engagement – mit Beteiligung schon der Allerjüngsten. „Ein Großelternpaar hat mit den Enkeln eingekauft und die Kleinen haben den dazugehörigen Brief hingebungsvoll bemalt.“

Persönliche Botschaften gehen von Bayern in die Ukraine – ganz persönlich wird aber auch Savka: „Danke für jedes Paket, für jedes Gebet, für jede Stunde Engagement. Eure Hilfe ist nicht selbstverständlich – und sie wirkt weit über das Materielle hinaus.“ Jede Spende sei ein Zeichen menschlicher Verbundenheit, weswegen er alle ermutigen wolle, sich zu beteiligen: „Es ist nie zu spät. Jede Unterstützung – groß oder klein – verändert Leben. Wir sehen jeden Tag, dass Solidarität stärker ist als Zerstörung.“ Dann schließt er mit einem „Vergelt’s Gott!“
Details zu den Inhalten der Pakete, Termine und Orte für Sammlungen: Ebersberg: https://www.kolpingsfamilie-ebersberg.de; 24./25. Oktober, katholisches Pfarrheim, Baldestraße 18; Informationen: 0152-33769324. Erding: https://vor-ort.kolping.de/kolpingsfamilie-erding; 26. Oktober und 2. November; Johanneshaus, Kirchgasse 5. Freising: https://kolping-freising.de; 24.Oktober; Frühlingstraße 61; Anmeldung Pakete: liese@kolping-freising.de. Poing: https://www.kolping-poing.de; 30. Oktober; Pfarrzentrum Pater Rupert Mayer, Gebrüder-Asam-Straße 2; Infos: Thomas Stiegler: 0170–5586760. Bad Aibling: Abgabe an der Pfarrer-Braun-Straße 28; Informationen: 08061/91959 oder 0151-70179975.





















