Gen-Z-Proteste: Soldaten schließen sich Regierungsprotesten in Madagaskar an | ABC-Z

Soldaten haben sich den Demonstranten bei den seit Tagen anhaltenden Protesten gegen die Regierung in Madagaskar angeschlossen. Sie wurden von tausenden Demonstranten in der Hauptstadt Antananarivo mit Jubel und Dankesreden empfangen. Das berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP.
AFP-Reportern zufolge schlossen sich die Soldaten den Demonstranten an, nachdem die Polizei versucht hatte, sie mit Blendgranaten und Tränengas zu vertreiben. Zuvor hatten die Soldaten des Stützpunkts in dem Bezirk Soanierana in Mitteilungen erklärt, sie würden sich weigern, auf Demonstranten zu schießen. “Lasst uns unsere Kräfte bündeln – Militär, Gendarmen und Polizei – und uns weigern, dafür bezahlt zu werden, auf unsere Freunde, unsere Brüder und Schwestern zu schießen.”
Der neu ernannte Minister der Streitkräfte, General Deramasinjaka Manantsoa Rakotoarivelo, rief die Soldaten auf, “ruhig zu bleiben”. Er fordert einen Dialog. “Die madagassische Armee bleibt ein Vermittler und stellt die letzte Verteidigungslinie der Nation dar”, sagte er bei einer Pressekonferenz.
Vorgehen gegen Demonstranten heizt Proteste weiter an
Mehr als zwei Wochen dauern die Proteste bereits an. Grund waren regelmäßige Stromausfälle von mehr als zwölf Stunden täglich sowie Probleme bei der Wasserversorgung. UN-Angaben zufolge wurden seit Beginn der Proteste mindestens 22 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt. Die Regierung streitet die Zahlen ab.
Madagassische Einsatzkräfte setzten immer wieder Tränengas, Blendgranaten, Gummigeschosse und Platzpatronen ein, um die Menschen auseinanderzutreiben. Das heizte die Proteste weiter an.
Nach dem Vorbild von Nepal, wo Anfang September Protestierende den Regierungschef zum Rücktritt bewegt hatten, protestieren in Madagaskar vor allem Mitglieder der Generation Z. Zu dieser gehören Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden. Sie prangern etwa auch Mängel im Bildungssystem oder die hohe Arbeitslosigkeit in dem Land an.





















