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BVB gegen Leipzig: Wer ist jetzt der würdige Bayern-Jägersmann? | ABC-Z

Etwas ratlos wirkte das Publikum am Ende eines Spiels, das zwar mit einer ziemlich spannenden Schlussphase zu Ende gegangen war, aber nur wenig Stoff zur Beantwortung der großen Frage geliefert hatte, die sich gerade aufdrängt. Wer ist der würdigste Verfolger des FC Bayern München an der Tabellenspitze? Das 1:1 (1:1) zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig hat allenfalls Indizien hervorgebracht. Dortmunds Trainer Nico Kovac fasste den Dortmunder Nachmittag mit einem Klassiker der Fußballphrasen zusammen: „Wenn du nicht gewinnen kannst, dann darfst du eben nicht verlieren.“

Das ist nicht nur wegen des gewonnenen Punktes zutreffend, auch dass RB in der Tabelle auf Distanz gehalten wurde, ist erfreulich für die Dortmunder. Und nicht zuletzt ist dieses Unentschieden wichtig für die Stimmung während der bevorstehenden Wochen. „Es ist ein viel besseres Gefühl, nicht mit einer Niederlage in die Länderspielpause zu gehen“, sagte Kovac. Aber der erhoffte nächste Schritt in den Status der klaren Nummer zwei hinter den Münchnern ist den Dortmundern eben auch nicht gelungen.

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber kein sehr gutes Spiel“, sagte der Dortmunder Verteidiger Nico Schlotterbeck und meinte vor allen Dingen die starke Schlussphase, in der der BVB nah dran war an einem Sieg. Doch die eingewechselten Julian Brandt (88) und Fabio Silva (89.) vergaben zwei sehr gute Chancen. „Das war ein gerechtes Unentschieden“, lautete das Resümee des Leipziger Trainers Ole Werner, „beide Mannschaften haben nicht allzu viel zugelassen.“

Adeyemi tut sich schwer

Allerdings wäre auch mehr möglich gewesen für RB, da der BVB in der ersten Stunde zu langsam und etwas ungenau agierte, nicht zuletzt gedanklich. „Man hat schon gesehen, dass die Jungs ziemlich viele Körner gelassen haben in den letzten Spielen“, erklärte Kovac diese Schwächen. Das untermauert den Eindruck, dass es schon zu einem klaren Vorteil für die Leipziger dort vorne an der Tabellenspitze werden könnte, dass sie in dieser Saison unter der Woche keine Europapokalspiele absolvieren müssen. Besonders schwer tat sich beim BVB Karim Adeyemi, der zuletzt so viel gelobt worden war.

Er sei gereift, hieß es in den Hymnen über den Nationalspieler. Er habe verstanden, dass Fleiß in der Defensive zwingend erforderlich ist auf dem Niveau, auf dem dieser Hochgeschwindigkeitsspieler sich so gerne etablieren würde. Dieser Nachmittag wirkte nun wie ein kleiner Rückfall, zumal in seinem Rücken auf der rechten Seite Yan Couto spielte, der seine Stärken ebenfalls eher in der Offensive hat.

Es passte zu dieser Unwucht in der Grundformation, dass die Dortmunder schon früh in der Partie ihren ersten Bundesligagegentreffer seit dem ersten Spieltag zuließen. Über den Raum, für den Couto zuständig war. Assan Ouedraogo setzte sich nach einem in den Strafraum geschlagenen Freistoß gegen den Brasilianer durch, legte den Ball per Kopf quer zu Christoph Baumgartner, der zum 0:1 traf (7.). Aber nicht nur in dieser Situation wirkte die Dortmunder Defensive unaufmerksam wie lange nicht.

Kovacs Wutanfall

Als sei der Mannschaft das Lob der vergangenen Wochen für die vielen stabilen Auftritte zu Kopf gestiegen, wurde in der ersten Halbzeit immer wieder gezögert und improvisiert, wo Entschlossenheit und Konsequenz notwendig gewesen wären. Nach einer halben Stunde hatten die Dortmunder Glück, dass Romulo nach einem Angriff über die labile Couto-Adeyemi-Seite für Leipzig traf, aber beim Anspiel zuvor im Abseits gestanden hatte. Und der Dortmunder Ausgleichtreffer fiel, weil ein eher harmloser Schuss Coutos von Baumgartner ins eigene Tor abgefälscht wurde.

Nicht einmal der in den ersten Partien nach seiner Verletzung so souveräne Schlotterbeck strahlte zu Beginn die gewohnte Sicherheit aus. In der 48. Minute ließ sich Kovac dann zu einem Wutanfall hinreißen, weil RB innerhalb von drei Minuten drei Mal gefährlich zum Abschluss kam. „Mein Gefühl sagt, wir waren ein Quäntchen näher am Sieg, aber in Dortmund einen Punkt zu holen, ist schon okay“, sagte Baumgartner, dessen Trainer Ole Werner ergänzte: „Meiner Meinung nach war es eine Topleistung von uns auswärts.“

Besonders zwischen der 46. und der 75 Minute war RB dominant, aber in dieser Phase entwickelten die Dortmunder dann eben doch wieder ihre im Saisonverlauf entstandene Defensivstärke. „Uns hat am Ende der Lucky Punch gefehlt“, sagte Schlotterbeck. „Ein Punkt gegen Leipzig ist jetzt nicht schlecht, aber nicht, was wir wollten.“

Nach der Länderspielpause steht dann das große Spiel der Dortmunder beim FC Bayern an, wo sie eine neue Gelegenheit bekommen, zu zeigen, dass sie eben doch ein würdiger Bayern-Jäger sind.

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