Computer-Mogul verschenkt gigantische Summe an arme Kinder | ABC-Z

Nicht Venezuela, nicht Ukraine und Russland, nicht die „Feinde des Volkes“ in Gestalt von Demokraten und Medien waren der Aufhänger für das am Dienstag stundenlang geheimnisvoll angekündigte Statement von Donald Trump – diesmal war es die Zukunft der Kinder Amerikas.
Der US-Präsident nutzte die Steilvorlage des großzügigen Privatspenders Michael Dell, um sein Projekt der Kinder-Investmentkonten zu bewerben. Laut Trump ein „bahnbrechendes Spar-Instrument“, um Familien bessere Startvoraussetzungen für ihren Nachwuchs zu geben.
Sie funktionieren so: Jedes Kind, das zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 1. Januar 2029 in den USA geboren wird, eine Sozialversicherungsnummer hat und dessen Eltern ebenfalls über Sozialversicherungsnummern verfügen, wird ab nächsten Sommer automatisch in das Programm aufgenommen.
Michael Dell hat sein Privatvermögen von 150 Milliarde Dollar mit dem Direktverkauf von Computern gemacht.
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Die Anmeldungen sollen am 4. Juli 2026, zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten, beginnen, wobei Eltern und Erziehungsberechtigte die Konten aktivieren müssen. Das Finanzministerium will die Konten mit 1000 Dollar pro Kind ausstatten, während Eltern, Freunde und andere Personen ebenfalls bis zu 5000 Dollar pro Jahr einzahlen können.
Die Konten sind bis zum 18. Lebensjahr des Kindes gesperrt. Ab diesem Zeitpunkt können die Gelder für bestimmte Ausgaben verwendet werden, darunter: Ausbildung, wie Studiengebühren oder berufliche Weiterbildung, Erwerb von Wohneigentum durch eine Anzahlung für eine erste Immobilie oder die Gründung eines Unternehmens. Wenn Kinder 18 Jahre alt werden, können sie sich auch dafür entscheiden, das Geld auf dem Konto zu belassen und weiter zu investieren.
Jeweils 250 Dollar Startkapital für 25 Millionen Kinder
Michael Dell, der sein Vermögen – rund 150 Milliarden Dollar – mit dem Verkauf von Computern gemacht, die unter Umgehung der üblichen Zwischenhändler, direkt an den Kunden geliefert wurden, fand den Ansatz so attraktiv, dass er gemeinsam mit seiner Frau Susan auf den Zug aufsprang – mit einem Mega-Ticket. Der 60-jährige Texaner will 25 Millionen Kindern in Amerika jeweils 250 Dollar Starthilfe zukommen lassen. Die Gesamtsumme beläuft sich auf 6,25 Milliarden Dollar, eine der größten Privat-Zuwendungen in der amerikanischen Geschichte.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Wir glauben, dass dieses Programm weit mehr als nur ein Konto schaffen wird, wenn jedes Kind eine Zukunft sieht, für die es sich zu sparen lohnt. Es wird Hoffnung, Chancen und Wohlstand für kommende Generationen schaffen“, sagte Dell am Nachmittag im Beisein Trumps im Weißen Haus. Seine Frau Susan sekundierte: „Wir möchten, dass diese Kinder wissen, dass nicht nur ihre Familien sich um sie kümmern, sondern auch ihre Gemeinden, ihre Regierung und ihr Land. Und wir alle wünschen ihnen eine wunderbare Zukunft.“
Am 9. Juni stellte Donald Trump im Weißen Haus erstmals die Idee der Investment-Konten für Kinder vor. Michael Dell saß mit am Tisch. Am Dienstag verkündeten der Präsident und der Unternehmer Vollzug.
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Die Dells, die über ihre private Stiftung seit 1999 rund drei Milliarden Dollar gespendet haben, meist für Bildungsprojekte, werden auf die Konten von Kindern einzahlen, die in Postleitzahlgebieten mit einem Familieneinkommen von 150.000 Dollar oder weniger leben. Das ist vor allem in ärmeren, südlichen Bundesstaaten der Fall.
„Es gibt viele Studien, die zeigen, dass selbst mit relativ bescheidenen Summen auf solchen Konten Kinder mit größerer Wahrscheinlichkeit die High School und das College abschließen, ein Haus kaufen oder ein Unternehmen gründen“, begründete Dell in einem Interview sein Engagement, das sich von klassischer Philanthropie (Großspenden an Universitäten, Verbände oder gemeinnützige Organisationen) unterscheidet.
Kinder aus sozial schwachen Regionen, wie hier in Memphis/Tennessee, könnten von den neuen Jugend-Konten profitieren. Im Sommer 2026 soll das Projekt starten.
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Michael Dell hatte sich bereits seit Langem für die Einrichtung solcher Förderkonten eingesetzt, die dem starken sozialen Gefälle in Amerika entgegenwirken sollen. Er setzt darauf, dass andere Milliardäre nachziehen. Ray Boshara, Berater sowohl des Aspen Institute, sagte, er sei begeistert von der Idee, dass die Trump-Investment-Konten Beiträge aus der Wirtschaft und von philanthropischen Organisationen erhalten können. Trump selber bedankte sich mehrfach überschwänglich über das Engagement der Dells. „Viele Amerikaner haben ein großes Herz, aber nicht jeder kann sechs Milliarden Dollar geben.“














