Donald Trump äfft französischen Akzent von Emmanuel Macron nach – Panorama | ABC-Z

Es wirkte mal wieder ein bisschen rätselhaft, was der US-Präsident da so von sich gab. Wahrscheinlich wollte er einfach von anderen Dingen ablenken. In einem vorgeblich vertraulichen Gespräch mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron sei es um Zölle gegangen, erzählte Donald Trump in einer Rede in Washington, auch um Preiserhöhungen bei Medikamenten. Aber der ausgeplauderte Inhalt des Gesprächs unter Präsidenten spielte eigentlich keine Rolle. Entscheidend war, WIE es Trump formulierte: Er äffte den Akzent seines französischen Kollegen nach: „Nononono, ju kännot du sät.“ Trump äfft gerne andere nach, zum Beispiel Demokraten, Ausländer oder US-Enthüllungsjournalisten, die eine körperliche Einschränkung haben.
Nun haben Soziologen wie der Franzose Gabriel Tarde bereits vor vielen Jahren herausgearbeitet, dass Nachahmung oft auf Neid und Frust basiert. Zum Beispiel, so schrieb Tarde 1890, gebe es immer wieder Leute, welche gerne dem Luxus frönten. Erst die Übernahme von bestimmten Attitüden, Moden oder Sportarten gebe ihnen das Gefühl von Bedeutsamkeit. Und, das ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch noch interessant: Als dem französischen Hochadel irgendwann mal der Bürgeradel auf seinen Festen zu nahe rückte, da verbot man jenen, welche nicht zur Aristokratie gehörten, das Tragen blauer Stoffe. Denn die waren fortan Blaublütigen vorbehalten. Heute ist es freilich eher der internationale Geld- und Machtadel, der die ein oder andere Mode vorgibt. Gucci-Sonnenbrillen. Dubai-Schokolade. Golfen in Florida. Eine Sauna am Waldaisee. Solche Dinge.
Und richtig: Auch Satiriker äffen gerne andere nach. Man denke etwa an Pagliaccio, den großmäuligen Knecht der Commedia dell’ arte, der dafür allerdings immer wieder mit Prügel bestraft wurde. Man denke auch an diverse Französisch-Persiflagen, zum Beispiel der Kölner Musikgruppe Bläck Fööss („Ich kauf mir ein Baguette und treff mich mit Jeanette“) oder an bestimmte US-Late-Night-Stars, die sich auch gerne mal die Trump-Perücke aufsetzen. Und doch ist es etwas grundsätzlich anderes, ob man sich als Kritiker oder als Repräsentant eines Machtapparates auf ein derart affiges Niveau begibt.





















